Lindengarten



Die bekannte Dresdner Gaststätte geht auf eine 1869 vom Gastwirt Samuel Gottlieb Neumann gegründete Schänke auf der Kreuzgasse zurück. Neumann stammte aus Sayda im Erzgebirge und erwarb einige Jahre später das Grundstück Königsbrücker Straße 121, um hier eine Brauerei einzurichten. Neben dem Brauhaus und einem Wohngebäude eröffnete er 1891 eine Gaststätte, die den Namen “Lindengarten” erhielt. Schnell entwickelte sich diese zu einem beliebten Tanz- und Vergnügungslokal, welches vor allem von Militärangehörigen gern besucht wurde. Zu den Attraktionen gehörte neben dem großen schattigen Biergarten ein Musikpavillon, Schießbuden und ein Kinderkarussell. Der Ballsaal wurde für Konzerte, Theateraufführungen und Tanzveranstaltungen genutzt.

Die Brauerei wurde 1945 geschlossen, während die Gastwirtschaft als “Konzert- und Veranstaltungshaus Lindengarten” mit ausdrücklicher Billigung der sowjetischen Besatzungsmacht weiter bestand. Schon im August 1945 fanden hier wieder Tanzveranstaltungen statt, später folgten Theatervorführungen und Konzerte. Unter dem Slogan “Drei Säle, drei Kapellen, drei Möglichkeiten” gehörte das Ballhaus in den 1950er und 60er Jahren zu den beliebtesten Vergnügungsstätten Dresdens. Anfang der 70er Jahre gastierten hier regelmäßig die “Puhdys” und starteten ihre künstlerische Karriere als bekannteste DDR-Rockband.

Der bis 1989 als “LiGa” berühmt-berüchtigte Tanzgasthof musste 1990 wegen Baufälligkeit geschlossen werden. Die Gebäude wurden mit Ausnahme des denkmalgeschützten Ballsaales 1994 abgerissen. An gleicher Stelle befindet sich seit 1997 das Hotel “Park Plaza” mit 148 Zimmern, mehreren Tagungsräumen und gastronomischen Einrichtungen. Der restaurierte Saal (Foto) wird für verschiedene Veranstaltungen genutzt.


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